Nahtversenker

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Der Nahtversenker (Saddlemakers Groover).

Hallo Leute,
heute möchte ich ein paar Zeilen zu einem Werkzeug schreiben, das nicht zu meinen Lieblingen zählt: Der Nahtversenker (engl. Saddlemakers Groover) oder Rillenzieher dient dazu, eine Furche ins Leder zu graben, die entweder als Zierrille oder zum Versenken des Nahtfadens dient. Wenn die Naht übersteht (auf dem Leder aufliegt), kann sie leichter Schaden nehmen oder irgendetwas bleibt vielleicht daran hängen. Das wäre natürlich sehr unschön bei all der Arbeit, die man in sein Projekt gesteckt hat. Darum ist so ein Werkzeug grundsätzlich sehr sinnvoll.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es wirklich toll aussieht, wenn mit dem Nahtversenker gut gearbeitet wird. Im Optimalfall folgt dann die Naht exakt der Furche. Das setzt dann noch eine gewisse Präzision beim setzen der Löcher voraus – etwas, was bei zunehmender Dicke des Werkstücks gerne mal schwieriger wird. 

Ganz besonders schön finde ich den Effekt als Zierrille. Dazu wird das Leder zuerst gefärbt und die Furche nach dem Trocknen gesetzt. Dann entsteht ein schöner Kontrast, z.B. von dunkel gefärbtem Leder und der natürlichen Lederfarbe der Furche. Diesen Effekt kann man gut nutzen, wenn man z.B. keine Naht an der Stelle haben und lieber den Kontrasteffekt der Furche nutzten möchte. Vielleicht sogar parallel zur Naht… Aber denkt daran, dass Furchen das Leder immer auch ein wenig schwächen, so dass es letztendlich auf das Werkstück ankommt, ob sie Sinn machen oder nicht.

Der Versenker am oberen Ende ist verstellbar und wird mit der Schraube am Schaft festgezogen. Er bestimmt den Abstand der Furche zum Lederrand. Das Werkzeug wird mit dem oberen Metallknubbel an der Lederkante entlang geführt, so dass immer im Gleichen Abstand eine Furche gezogen wird. Theoretisch… In dem abgewinkelten Seitenteil ist nämlich ein Loch mit einer Schneide, die das Leder in entsprechender Tiefe schneidet. So entstehen dann ein langer, kleiner Lederfaden und die Furche.

So, warum mag ich das Werkzeig nicht so gern? Im Grunde ganz einfach: Ich finde das Führen schwierig. Entweder ich brauche sehr viel mehr Übung (sehr wahrscheinlich), ich habe das falsche Werkzeug oder das ist eben so schwierig wie es ist…

Mir passiert es noch recht oft, dass ich beim Führen des Werkzeuges abrutsche und so Furchen dort ziehe, wo sie nicht hingehören. Auch der immer gleichmäßige Kontakt zur Lederkante ist nicht so ganz einfach durchzuhalten, so dass der Abstand der Furche entlang eines längeren Stückes auch mal variieren kann. Ganz schlimm finde ich Rundungen oder Ecken. Hier (Unterarmschutz) könnt ihr anhand eines Erstlingswerkes sehen, wie es aussieht, wenn man z.B. innerhalb einer Rundung mit dem Nahtversenker abrutscht und neu ansetzen muss, bzw. das dann nicht richtig hinbekommt. Es wird schon noch… 😀 Ärgerlich ist es, wenn sich während des Ziehens die Schraube lockert, die den Versenker in Position hält. Dann wird’s abenteuerlich…

Noch ein Wort zum Schärfen der Schneide. Nach einer Weile kann es passieren, dass das Werkzeug stumpf wird. Daher empfiehlt es sich, vor und/oder nach jedem Gebraucht die Schneide „aufzurichten“ und so für den Gebraucht vorzubereiten. Das ist kein richtiges Schleifen aber es richtet die Klinge – wie z.B. das Abziehen eines Rasiermessers auf einem Lederstreifen. Dazu nehmt ihr die Rückseite (!) eines Stückes Leder und führt das Werkzeug mehrmals entgegen der der Schneiderichtung (nicht wieder zurückziehen!). So bleibt die „Klinge“ lange gut in Schuss. Irgendwann hilft aber auch das nichts mehr und ihr müsst ein wenig Schleifpaste (Juweliersbedarf) auf einen Lederrest auftragen und daran die Schneide schärfen. Danach aber das Abziehen nicht vergessen!

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Nahtversenker?

Ein kurzes Tutorial zur Anwendung des Werkzeuges habe ich z.B. hier von Lederkram.de auf YouTube gefunden.

 

Viele Grüße

Steven

 

 

 

2 Responses

  1. Carmen von Odra

    Seyd gegrüßt Steven,

    Ich komme auch noch nicht so ganz klar mit diesem Rillenzieher….genauso wie du habe ich auch diese Probleme mit diesem, aber ich glaube, es bedarf viel Übung. Bei mir wird es schon von Mal zu Mal etwas besser.
    Ich bin noch ein reiner Neuling bei der Lederverarbeitung, während du tolle Stücke herstellst.
    Also weiter so und bedenke: Übung macht den Meister!

    Gehabt Euch wohl
    Carmen von Odra

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