Schulterstücke für LARP-Gewandung

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Schulterstücke für LARP-Gewandung.

Heute mal etwas größeres Experiment: Schulterstücke für Live Action Roleplaying (LARP) oder andere Gelegenheiten, in denen man eine Lederrüstung benötigt. 🙂 So ein Rüstungsteil anzufertigen hat mich schon immer gereizt. Doch verschlingt das eine Menge Material und ist auch vom Aufwand her nicht so ganz ohne – zumindest für den ersten Versuch. Dennoch habe ich mich nicht einschüchtern lassen und mich an ein Basismodell gewagt. Herausgekommen ist ein relativ simples Schulterstück mit Schlagschutz am Hals und Schulterapplikationen.

Mit ein wenig Übung (und Mut) ist das durchaus gut hinzubekommen. Ich habe von allen Teilen zuvor ein Papiermodell angefertigt. Das ist insbesondere für das große Mittelstück notwendig, da es hier zum größten Materialverlust kommt, wenn unsauber gearbeitet wird. Für das Anfertigen der Schablone habe ich Packpapier verwendet. Das ist zwar etwas dünn aber es hat immerhin eine ausreichende Größe, um das gesamte Mittelstück auf einmal aufzutragen.

Bei der Außenform kann man nicht viel falsch machen. Hier einfach das gewünschte Muster symmetrisch auftragen. Innen wird es dann etwas schwieriger, denn die Größe muss an den eigenen Hals angepasst, bzw. der benötigte Freiraum für weitere Applikationen offen gelassen werden. Hier hilft ein Zirkel und natürlich sorgfältiges Vermessen des Halses mit dem Maßband.

Bei den Schulterklappen habe ich mich dafür entschieden, sie mit einer Art umgekehrter Lasche zu versehen. Das ist einerseits rein dekorativ, befestigt aber auch beide Lederstücke an den Schultern. Ursprünglich wollte ich an den Laschen (rückseitig) noch jeweils eine kleine Taschen anbringen, habe das aber irgendwie aus den Augen verloren. Vielleicht hole ich das aber noch nach 🙂 …

Nun der Halsschutz. Der ist etwas schwieriger herzustellen, denn er wird gebogen und erst dann befestigt. Der obere Bogenverlauf wird jeweils rund ausgeschnitten, die Unterseite bleibt gerade, enthält aber kleine „Zähne“, die schließlich mit dem Halsbereich vernietet werden. Durch die gerade Unterseite wölbt sich der Halsschutz dann leicht nach außen, was dem Ganzen eine stabile Form gibt und auch ganz nett aussieht. Die Laschen und das Halsstück habe ich noch mit einem dreieckigen Korbmuster punziert.

Bei der Färbung habe ich mich als Grundton für braun entschieden und die Kanten mit einer Airbrush-Pistole zunächst mit walnussbraun und anschließend außen schwarz abgesetzt. So ist das Stück im Inneren heller, wird dann dunkler und an den Rändern ist es schwarz. Alle Ränder wurden noch mit einer Kantenvertiefung versehen (und punziert), was den Schwarzanteil noch etwas hervorhebt. Als Finish habe ich wieder einmal meine geliebte Carnauba-Creme verwendet.

Damit das Schulterstück in Form kommt, muss es an der Unterseite – mittig der Knicklinie -angefeuchtet werden. Anschließend wird es gebogen und zum Trocknen so aufgehängt, dass es in der gewünschten Form trocknen kann. Nach dem Trocknen hat das Leder dann die gewünschte Form angenommen und kann bequem angelegt werden, ohne sich zu verziehen.

Insgesamt ist das ein einfaches aber sehr robustes Schulterstück geworden, das sich gut für verschiedenste LARP-Kostümierungen usw. eignet. Auch wenn es einfach aussieht und z.B. keine Nähte enthält, hat es ziemlich lange gedauert, dieses Stück zu fertigen. Planung, der sorgfältige Zuschnitt und das Befestigen der Teile dauert eben seine Zeit. Nun habe ich schon wieder 1000 Ideen für weitere Rüstungen im Kopf und bin selbst gespannt, wie sich dieses Grundmodell verkomplizieren und weiter entwickeln wird. Ich halte euch auf dem Laufenden. 🙂

Viele Grüße
Steven

 

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