Steampunk Ledertschako

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Steampunk LederTschako.

Ich wollte etwas in Richtung Steampunk bauen. Bei mir hat sich – völlig unbeabsichtigt – irgendwie ein Schwerpunkt in Sachen Werkzeugtaschen entwickelt (s. Galerie). Und ich bin mit diesem Thema auch noch nicht ganz durch. Aber hey, ich brauche eben Taschen und es ist doch toll, wenn man seine eigenen Entwürfe machen und sich am Ergebnis erfreuen kann.

Nun mag ich aber auch Steampunk und habe mich an ein erstes Teil gewagt. Da ich schon etwas Erfahrung mit dem Lederhelm sammeln konnte, dachte ich mir, dass ein Tschako für den Start nicht schlecht wäre. Ob ich das auch aufsetze, ist eine andere Geschichte… Steampunk ist für mich in erster Linie eine Art Kunst, bei der es um das Verarbeiten von Materialien wie Leder und Metall geht. Am Ende muss es für mich toll aussehen und ist daher nicht zwingend etwas, was (von mir) getragen werden muss.

Wer nicht weiß was ein Tschako ist: Es stammt vom ungarischen Wort csákó, was wohl so viel wie Husarenhelm bedeutet. Es handelt sich um eine Kopfbedeckung die zylindrisch erhöht ist, um Säbelschläge abzufangen. Im Grunde handelt es sich um eine Art primitiven Helm, der insbesondere in der Napoleonischen Epoche zu interessanten handwerklichen Ausprägungen führte. Aus diesen Grundformen entwickelten sich schließlich alle möglichen Arten der militärischen Kopfbedeckungen.

Auch im Steampunk sind neben den obligatorischen Chapeaus/Zylindern auch Tschakos zu sehen und ich mag sie eben. Hier und hier habe ich ein paar fremde Beispiele für euch.

Mir kam es zunächst einmal auf die Grundform an, die überraschend einfach ist. Es ist ein langer Lederstreifen, der in der Mitte (für mein Design) an der Oberseite spitz zuläuft. Als Schwieriger erweist sich in der Tat die Kopfabdeckung. Sie muss in der Form und vom Umfang so gewählt sein, dass sie a) die Grundform insgesamt festlegt und b) auch bündig mit dem Seitenteil ist. Ansonsten verzerrt sich das Ledertschako leider. Das brauchte wieder einige Papiermodelle bis ich zufrieden war.

Auch hier schützt häufiges Anpassen und Herumprobieren vor hohen Lederkosten!

Nun zu einem Teilstück, das ich als besonders schwierig empfinde: der Schirm. Ich wollte, dass er von innen nach außen geht und nicht von außen aufgenäht wird. Dazu wollte ich die Innenseite des Schirms leicht nach oben biegen, so dass sich ein Saum zum Vernähen ergibt. Leider macht das die runde und nach unten gebogene Form des Schirms nicht mit. Auch mit Naßformen ist mir das nicht geglückt. Daran habe ich lange geknobelt, bis ich herausfand, dass es am Einfachsten ist, das Ledertschako auf ein Stück Leder zu legen und den Schirm liegend anzupassen. So lässt sich Form und Größe gut auswählen und schließlich vernähen. Den Schirm dabei lieber etwas länger machen, daraus ergibt sich schließlich der Saum.

Die Ränder des Ledertschakos habe ich mit einem ca. 5 cm breiten Lederstreifen aus violettem Lammnappa vernäht, welches ich auch beim Talersack verwendet habe. Dadurch wirkt die Arbeit etwas sauberer. Den hinteren Teil des Ledertschakos habe ich offen gelassen und ebenfalls mit dem Lamm-Nappa vernäht. Hier kommen evtl. noch Löcher (Messing-Hohlnieten) für eine Lederschnur etc. hinein, damit die Hutgröße etwas angepasst werden kann.

Schließlich habe ich mich bei der Grundfarbe für Light-Brown entschieden und die Kanten mit Hilfe einer Airbrush und schwarzer Farbe leicht abgedunkelt. Das gesamte Stück wurde zum Schluss mit braunem Antik-Fisnish und Carnauba Creme gefinished. Ich habe noch keinen Lack aufgetragen, da das Ledertschako noch nicht ganz fertig ist. Es fehlen z.B. noch ein Trageriemen und weitere Steampunk Elemente wie Messingpatronenhülsen oder Zahnräder usw. Aber ich denke, ihr seht wo ich hin möchte…

Viele Grüße
Steven

 

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