Würfeltasche

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Eine Würfeltasche fürs Zocken musste her…

Ich möchte einmal Schritt für Schritt darstellen, wie ich mir eine kleine Würfeltasche gebaut habe. Leider habe ich von den Zwischenschritten keine Fotos gemacht, aber das werde ich bestimmt mit einem anderen Projekt noch nachholen. Vielleicht ist es ja dennoch eine Inspiration für den ein oder anderen.

1. Leder ausschneiden

Da ich gerne mit meinen Freunde Spiele, wollte ich mir eine kleine Tasche/Box für meine Würfel bauen. Dazu habe ich mir ein einfaches Design überlegt. Im Grunde ist es eine unterteilte Kreuzform, die beim Zusammenklappen eine rechteckige Tasche aus einem Stück ergibt. Die Seiten der Tasche sind dabei Bestandteil der Gesamtform und keine Extrastücke. Ich wollte, dass die Tasche mit einer überstehenden Lasche verschlossen werden kann und habe sie daher am oberen Ende abgerundet und auf entsprechender Höhe mit einem Loch für den Verschluss (Niete) versehen. Die Form habe ich zuvor auf Papier ausgearbeitet und sie dann auf Leder übertragen und ausgeschnitten.

2. Punzieren

Damit die Tasche etwas mehr hermacht, habe ich versucht, sie zu Punzieren. Als Muster habe ich ein Korbmuster gewählt. Der Stempel heißt X534. Das habe ich jeweils mit der Vorder- und Rückseite gemacht. Den Rahmen des Musters habe ich mit einer Art Sonnenmuster versehen (C433). Dazu noch eine Bemerkung: Ich finde es unheimlich schwierig, ein gleichmäßiges Muster zu punzieren. Oft springt der Stempel beim Schlagen oder verrutscht durch Unachtsamkeit. Das Ergebnis ist dann oft etwas schief. Wenn ich sehe, was andere so schaffen, habe ich gewaltigen Respekt vor deren Fähigkeiten! Eine harte Unterlage (z.B. eine Granitplatte) hilft sehr. Das habe ich bei diesem Projekt noch unterschätzt.

3. Oberseite

Auf den Deckel habe ich zwei Würfel dargestellt. Dazu habe ich mir ein Muster besorgt, es in der nötigen Größe ausgedruckt und auf das zuvor nass gemachte Leder durch abpausen übertragen. Anschließend habe ich die Linien mit einem Swivel-Knife nachgezogen und mit einem Beveler (B203) ausgearbeitet.

4. Leder färben

Zum Färben des Leders habe ich spezielle Lederfarbe auf Alkoholbasis verwendet und sie mit einer Art Wattebausch (engl. Dauber) aufgetragen. Dabei habe ich versucht darauf zu achten, dass die Farbe gleichmäßig verteilt wird und keine Kleckse entstehen. 

5. Kantenfinish

Nach dem Trocknen der Farbe habe ich die Kanten abgerundet und mit einem braunen Kantenfinish versehen.

6. Nahtlöcher

Die Löcher für die Naht habe ich mit einem Dremel gebohrt. Das ist natürlich nicht die feine Art aber für den Anfang geht das ganz gut. Insbesondere bei mehreren Lagen Leder bevorzuge ich noch immer das Bohren von Löchern. Ist das Leder dagegen nicht besonders dick, lassen sich Nahtlöcher gut z.B. mit einem Vierzahn-Schlageisen oder mit einer Ahle schlagen. Das sieht schon besser aus.

7. Vernähen

Die Seiten der Tasche habe ich mit einem quietsch-gelben, dicken Wachsgarn vernäht. Jedoch wollte ich, dass man die Naht gut sehen kann. Ich habe mich daher für eine Kreuz-Naht entschieden. Dabei solltet ihr unbedingt darauf achten, den Faden immer in der gleichen Reihenfolge durch die Löcher zu führen. Ansonsten wird das entstehende X-Muster konfus und unregelmäßig. Das ist mir leider hier nicht immer gelungen. Den Faden habe ich auf der Innenseite dann doppelt verknotet und mit einem Feuerzeug angeflammt und angeklebt. Wenn die Naht richtig vernäht würde, kann man sich das Verknoten auch sparen. Ein Knoten sieht nicht besonders sauber verarbeitet aus, denn der Faden bildet an der Stelle einen dicken Pulk.

Fertig

Natürlich bin ich sehr stolz auf mein erstes komplexeres Werk. Aber es hat noch viele handwerkliche Fehler aus denen ich eine Menge gelernt habe:

  • Die Seiten der Tasche sind durch das Zusammenfügen der Gesamtform leicht angeschrägt. Das habe ich nicht berücksichtigt. So kippt die ganze Tasche im Stand leicht nach vorn.
  • Bei den Würfeln habe ich mit dem Swivel-Knife unsauber gearbeitet. Sie sind daher schief.
  • Das punzierte Muster ist unregelmäßig.
  • Die Nähte könnten besser verarbeitet sein.

Euer Steven

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